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Gepostet on Mrz 7, 2022 in Sonstiges | Keine Kommentare

Schöne Bugholzmöbel

Schöne Bugholzmöbel

Die gebogenen Holzelemente verleihen den Bugholzmöbeln einen interessanten Schwung. Die bekanntesten Modelle sind die Bugholzstühle von Thonet, der das spezielle Bugholz-Verfahren entwickelt hat. Elegant und präzise, die stilvollen Klassiker mit bequemen Sitzen eignen sich ebenso für den privaten Einsatz wie für die Gastronomie.

Was ist Bugholz?

Bugholz entsteht durch ein spezielles Herstellungsverfahren. Typischerweise handelt es sich um Rundstäbe aus Ahorn- oder Buchenholz, die zunächst im Wasser- und Dampfbad vorbereitet werden. Danach kommen Spezialwerkzeuge zum Einsatz, um die Stäbe in die richtige Form zu bringen.

Im Normalfall kommt es beim Biegen von Holz zu Rissen und Brüchen an der Außen- bzw. Zugseite. Doch ein Zugband schränkt die Dehnung ein. Im gleichen Maße wie die Außenzone gedehnt wird, staucht sich die Innenzone. Um ein Brechen zu verhindern, soll der Wasserdampf das Lignin im Holz aufweichen. Im Anschluss an das Biege-Verfahren werden die Formteile eingespannt. So stellen sie sich beim Trocknen nicht zurück.

Durch das Biege-Verfahren entfallen Fräsarbeiten, sodass nur wenig Holz verloren geht. Gleichzeitig erhalten die Formlinge eine hohe Festigkeit, auch wenn sie nur einen dünnen Querschnitt und enge Radien haben.

Die Geschichte von Bugholz

Michael Thonet, ein deutsch-österreichischer Tischler, entwickelte um 1830 ein spezielles Verfahren, um Vollholz unter Wasserdampf zu biegen. Seitdem kommt diese Technik vor allem bei der Herstellung von Stühlen zum Einsatz.

Bereits im Mittelalter bog man gedämpftes Holz. Auch die Indianer im Nordwesten von Nordamerika kannten ähnliche Methoden, die sie beim Bauen von Kanus, Masken und anderen Produkten einsetzten. Sie setzten vorwiegend Zedernholz ein. Doch erst Thonet machte die Technik weltweit bekannt – mit seinen ikonischen Bugholzstühlen.

Thonet experimentierte mit gebogenen und verleimten Holzleisten und präsentierte im Jahr 1836 den Bopparder Schichtholzstuhl. 1842 ging Thonet nach Wien, wo er 1849 sein eigenes Unternehmen gründete. Ein Jahr später präsentierte er seinen Stuhl Nr. 1, mit dem ihm der internationale Durchbruch gelang.

Der Tischlermeister entwickelte seine Holzbiege-Verfahren stetig weiter. 1852 erhielt Thonet ein Patent für das Biegen von schichtverleimtem Holz in verschiedene Richtungen, 1856 meldete er ein Patent auf das Biegen von massivem Holz an.

In den nächsten Jahren präsentierte das Unternehmen weitere Stuhlmodelle aus Bugholz. Der Klassiker von Thonet ist der Stuhl Nr. 14 von 1859, der mit einer schlanken, zeitlosen Optik und einer hohen Stabilität überzeugt. Auch wenn die Bugholzmöbel nicht in Wien erfunden wurden, sind diese Sitzmöbel als „Wiener Sessel“ bekannt.

Die industrielle Produktion von Bugholzmöbeln setzte sich auch nach dem Tod des Firmengründers fort. Inzwischen arbeiten auch andere Möbelproduzenten mit dem speziellen Verfahren, das sich seit Jahrzehnten weiter verfeinert hat.

Klassische und moderne Bugholzmöbel

Typischerweise handelt es sich bei Bugholzmöbeln um Sitzmöbel in attraktiven Designs:

  • Stühle
  • Barhocker
  • Sessel
  • Sofas
  • Schaukelstühle
  • Klaviersessel

Seit dem 20. Jahrhundert gibt es zusätzlich zu den klassischen Wiener Stühlen auch skandinavische Designs. Bekannte Möbeldesigner wie Alvar Aalto und Yngve Ekström wissen, wie sich die interessanten Formen harmonisch zusammenfügen lassen.

Mit ihren einheitlichen, gebogenen Linien wirken die Bugholzmöbel sehr kunstvoll. Das typische Wiener Kaffeehaus-Ambiente lässt sich damit wiederwecken – oder auch der romantische Charme eines Bistros. Im Vordergrund steht die Eleganz, die durch die Verbindung mit dem Naturmaterial Holz und die feine Form zeitlos frisch und zugleich traditionell auftritt.

Einrichtungsideen für zuhause

Der ikonische Bugholzstuhl lässt sich wunderbar mit einem Esstisch im gleichen Holzton kombinieren. So entsteht ein einheitliches Bild im Wohn-Ess-Bereich. Der organische Schwung der Rückenlehne passt auch zu einem modernen Glastisch: Hier sorgt der dezente Stilbruch für Aufmerksamkeit.

Für den repräsentativen Eingangsbereich bieten sich schlanke Bugholz-Barhocker an. In der gemütlichen Wohnecke erwartet Dich der stilvolle Schaukelstuhl. Auch für das Wohnzimmer gibt es schöne Bugholzmöbel, die Komfort und Ästhetik in sich vereinen.

Bugholzstühle eignen sich auch als Besucherstühle im Büro. So schaffst Du eine einladende Stimmung im Arbeitsbereich. Die sanft geschwungenen Linien lockern die Einrichtung auf und wirken dabei sehr repräsentativ. Auch die kreative Note ist nicht zu übersehen: Dies liegt unter anderem an der Zeitgeschichte, die sich in den Bugholzmöbeln widerspiegelt.

Wichtige Pflegehinweise

Mit der sorgfältigen Pflege der Bugholzmöbel stellst Du sicher, dass diese langfristig wie neu bleiben. Dafür ist es wichtig, das Holz nur mit einem trockenen oder leicht angefeuchteten Tuch zu reinigen. Zu viel Nässe könnte das Holz aufquellen lassen. Ein Schwamm mit grober Oberfläche oder scheuernde Putzmittel sind tabu: Besser sind weiche Tücher, die keine Kratzspuren hinterlassen.

Imprägnierte Staubtücher oder spezielle Möbelsprays können das Bugholz auf Dauer beschädigen. Die Möbelexperten empfehlen ein Ledertuch oder ein weiches Staubtuch, das Du vor der Feuchtreinigung kräftig auswringen solltest. Scharfe Reinigungsmittel sind eher schädlich. Im Allgemeinen reicht klares Wasser aus, oder Du greifst zu einem milden Seifenprodukt. Für die Reinigung von gepolsterten Sitzflächen nimmst Du ebenfalls klares, lauwarmes Wasser, gegebenenfalls mit einem Spritzer Geschirrspülmittel.

Nach der Reinigung der Holzelemente ist es sinnvoll, diese sofort abzutrocknen. So kann die Feuchtigkeit nicht ins Holz eindringen.

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Viktor

Heimwerker und angehender Hobby-Gärter
Gründer von Furniture-Blog.de. Ich berichte hier über Möbel, Gärten und mehr. Gerne lasse ich euch an meinen Erfahrungen aus dem Alltag teilhaben. Parallel zum Möbel-Blog schreibe ich speziell über den Garten auf Garden-Blog.de.

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